Das Dorf der Visionäre
Wie in einem Dorf im Schwarzwald die Bundesrepublik entstand
Das Schwarzwalddorf Saig über Titisee – Traumlage auf 1000 Metern Höhe, Sonne, Schnee, freier Blick bis zu den Schweizer Alpen. Dieses Dorf wird in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts zum Rückzugsort für Intellektuelle, Künstler, Industrielle, Verfolgte und Widerständler: Martin Heidegger, Edmund Husserl, Otto Dix, Marie Luise Kaschnitz, Hanns Martin Schleyer, Generaldirektoren deutscher Konzerne, Stars der Babelsberger Studios, Stauffenberg-Vertraute, Bildhauer aus dem Umfeld Hitlers, Vordenker der Sozialen Marktwirtschaft – sie alle verbringen Zeit an diesem abgeschiedenen Ort im Hochschwarzwald. Was wie ein historischer Zufall wirkt, entpuppt sich als Schlüsselkonstellation für die deutsche Nachkriegsordnung. Inmitten traumhafter Natur kreuzen sich hier Wege und Weltanschauungen – und wichtige Entscheidungen, die die junge Bundesrepublik prägen werden, fallen genau hier. Saig wird zum Symbol des Widerstands, der Hoffnung und der geistigen Erneuerung.
Von den kulturellen Experimenten der Weimarer Republik über die Schrecken des Nationalsozialismus bis hin zur demokratischen Neuordnung nach 1945 – das in Marbach und Saig lebende Autorenpaar Gunilla Eschenbach und Rainer Bayreuther zeichnet anhand von exklusivem Archivmaterial mit großer erzählerischer Wucht ein epochales Porträt deutscher Geschichte.
Neben Lesepassagen und Anekdoten geben die beiden spannende Einblick in ihre mehrjährige Recherchearbeit zum Buch. Die führte sie über Zeitzeugen und Quellen in aller Welt, über die kleinen Ortsarchive des Schwarzwalds und das große Deutsche Literaturarchiv immer wieder nach Saig, wo sie jeden Weg und jedes Haus ihrer Protagonisten selbst erkundet haben. Zahlreiche Bild- und Videodokumente zu den Personen und Orten geben einen anschaulichen Einblick in ein faszinierendes Stück Zeitgeschichte im Hochschwarzwald.

